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Passivhaus


© wolterfoto

Das Passivhaus – Baukonzept der Zukunft?

In Zeiten steigender Energiekosten und schwindender Vorkommen an fossilen Brennstoffen wächst das Bewusstsein für Energieeffizienz. Während man sich früher beim Hausbau über derartige Themen kaum Gedanken machte, entstehen heute immer mehr Niedrigenergiehäuser, die mit verschiedenen Methoden die Energiebilanz optimieren.

Konsequente Anwendung von verschiedenen energiesparenden Technologien beim Neubau ermöglicht sogar die Konstruktion eines Passivhauses. Im Optimalfall benötigt ein professionell gebautes Passivhaus keine Öl- oder Gasheizung mehr. In Deutschland gibt es bereits rund 10.000 Passivhäuser. Das Passivhaus soll über das ganze Jahr eine gleich bleibend angenehme Temperatur realisieren. Im Passivhaus sollten daher die Fenster geschlossen bleiben. Für ständige Frischluftzufuhr sorgt die Lüftungsanlage.

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Im Passivhaus arbeiten verschiedene Komponenten zusammen, um das Ziel der autarken Energieversorgung zu verwirklichen. Dabei geht es um die effiziente Nutzung von Wärme aus verschiedenen Quellen und leistungsfähige energieeffiziente Lüftungsanlagen. Dabei arbeiten Wärmedämmung und Wärmenutzung Hand in Hand.

Wärmedämmung

Wände/Gebäudehülle
Die effektive Wärmedämmung ist eine Hauptkomponente des Passivhauses. Möglichst wenig Wärme darf  durch die Gebäudehülle entweichen. Bei einem optimal isolierten Haus kann auf diese Weise auch die Körperwärme der Bewohner und die Abwärme von elektrischen Geräten nicht entweichen und hilft, eine angenehme Raumtemperatur aufrecht zu erhalten. Anders als bei vielen bereits errichteten Gebäuden dürfen die Außenwände keine Wärmebrücken (Stellen, an denen - beispielsweise aufgrund des verwendeten Baumaterials - mehr Wärme entweicht) enthalten. Dasselbe Prinzip findet sich bei der Thermoskanne, wo der Inhalt ohne Energiezufuhr heiß bleibt. An der Verwendung von Vakuumelementen in den Gebäudewänden wird geforscht. Solche Wände wären wesentlich dünner.

Fenster
Besonders anfällig für Temperaturausgleich zwischen innen und außen sind die Fenster. Die übliche Lösung des Problems ist eine 3-Scheiben Wärmeschutzverglasung. Aber auch andere Konzepte sind in der Entwicklung, beispielsweise die Erzeugung eines dauerhaften Vakuums zwischen einer Innen- und einer Außenscheibe. Auch die Rollladenkästen sind Schwachstellen, auf die beim Bau besonders geachtet werden muss.

Wie funktioniert ein Passivhaus?
(Klicken zum Vergrößern der Grafik)

Luftdichtigkeit
Ein wichtiger Faktor in der Wärmedämmung ist die Luftdichtigkeit. Über Anschlussstellen wie Fugen oder undichte Bauteile kann warme Luft nach außen gelangen und somit Wärme abtransportieren. Dabei schlägt sich Feuchtigkeit in der Gebäudehülle wieder und mindert die Wärmedämmung der Wände. Folge zu geringer Luftdichtigkeit kann auch Schimmelbildung sein. Durch so genannte Blower-Door-Tests (Erzeugung eines Luftdruckgefälles von Innen- und Außenbereich des Hauses und Messung der darauf folgenden Luftbewegungen) wird der Wert der Luftdichtheit gemessen. Mindestens sollte ein Test nach Fertigstellung des Rohbaus und einer nach Fertigstellung des kompletten Baus durchgeführt werden. Die Tests sollten im Bauvertrag vereinbart werden.

Wärmenutzung

Lüftung
In einem Passivhaus sollte man nicht oft die Fenster aufreißen, da es sich danach nicht so schnell wieder erwärmt wie bei Verwendung einer Öl- oder Gasheizung. Für gleichmäßige  Frischluftzufuhr sorgt im Passivhaus die Lüftungsanlage. Sie transportiert verbrauchte Luft ab und führt frische Außenluft nach. Die Wärme der Abluft entweicht aber größtenteils nicht:   Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft beträgt bei leistungsfähigen Lüftungsanlagen bis zu 90 Prozent.

Erdwärmetauscher
Viele Passivhäuser integrieren eine Wärmepumpe. Diese Systeme nehmen außerhalb des Hauses über ein zirkulierendes spezielles Kältemittel Wärme auf, zum Beispiel aus dem tieferen Erdreich, und transportieren diese ins Haus, wo sie abgegeben wird und sich mit der bereits vorhandenen Wärme summiert. Veranschaulichen kann man sich das Prinzip einer Wärmepumpe mit einem Kühlschrank, bei dem Innen und Außen vertauscht sind.

Solaranlage
Eine thermische Solaranlage wandelt die Energie der Sonneneinstrahlung in thermische Energie um und führt diese der Innenluft zu, so dass diese sich erwärmt. Es gibt zwar Passivhäuser, die auf diese Komponente verzichten, aber in den meisten Fällen macht sie Sinn.

Bauform
Am einfachsten ist eine konsequente Wärmedämmung bei einer möglichst kompakten Bauform. Passivhäuser sind aber oft ganz individuelle Lösungen, die von der Grundstücksbeschaffenheit und zahlreichen anderen Faktoren, nicht zuletzt von der Zahlungsfähigkeit des Bauherrn abhängen. Es sind also durchaus komplexere Formen realisierbar.

Ausrichtung zur Sonne
Damit alleine durch die natürliche Sonneneinstrahlung schon viel Wärme ins Haus gelangen kann, werden Passivhäuser so ausgerichtet, dass über die Sonnenseite viel Licht hineingelangt.

Beim Bau zu beachten

Zu den entscheidenden Faktoren für den erfolgreichen Bau zählen die Wärmedurchgangskoeffizienten (Energiemenge, die in einer Sekunde durch eine Fläche von 1 m² fließt, wenn sich die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen stationär um 1 Kelvin unterscheiden) von Wänden, Dach und Fenstern. Bei Herstellerangaben sollte man verstehen, auf welche Bedingungen sich die angegebenen Werte beziehen. So ist zum Beispiel bei Wärmepumpen die  Jahresarbeitszahl entscheidend, und nicht die Leistungszahl, die sich nämlich bei Herstellerangaben häufig auf warme Temperaturen bezieht.

Wichtig ist auch die Übertemperaturhäufigkeit: Erhitzt sich das Haus zu schnell, wird im Sommer häufiges Gegensteuern, beispielsweise durch Herablasen der Rollläden notwendig.

Eine Überprüfung der Planung empfiehlt sich, da das Konzept Passivhaus noch jung ist und auch von Marketingexperten als Absatz fördernd entdeckt worden ist. Die Überprüfung kostet circa 1.500 Euro, bei der Gütergemeinschaft Niedrigenergie-Häuser 2.500 Euro.

Lohnt sich das Passivhaus?

Ein Standard-Neubau weist einen durchschnittlichen Heizwärmebedarf von rund 70 bis 90 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf, beim Passivhaus sind es circa15.
Teurer sind beim Passivhaus jedoch die Planung, die Gebäudehülle und die Fenster. Dafür entfallen allerdings die Heizungskosten und eventuell auch die Kosten für Gebäudekomponenten wie den Schornstein. Zudem werden Passivhäuser staatlich gefördert. Die Ersparnis an den Heiz- und Energiekosten beträgt nach 20 Jahren durchschnittlich 20.000 Euro und mehr. Außerdem erhöht sich der Wiederverkaufswert gegenüber einem Haus in herkömmlicher Bauweise.

Quelle: IG Passivhaus Deutschland
Fotos: (1) Architekt Gitter, (2) team 3 Architekturbüro
Grafik: Passivhaus Institut


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